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Diese Seite möchte ich nutzen, um Ihnen einen Einblick in meinen Gitarrenunterricht zu geben. Es wird gezeigt wie der Unterricht abläuft und warum ich ihn auf diese Art und Weise gestalte.


Gruppe gut - alles gut!

Der Unterricht findet in kleinen Gruppen mit maximal fünf Teilnehmern statt, da sich diese Gruppengröße als besonders günstig erwiesen hat. Die Teilnehmerzahl ist klein genug, um sich schnell kennen zu lernen und groß genug, um sich von der Gruppe mitreißen zu lassen.

Zu Beginn des Gruppenunterrichts werden keine Vorkenntnisse im Gitarrenspiel erwartet. Alle fangen gemeinsam bei Null an. Sowohl Anfänger, als auch Wiedereinsteiger haben die Gelegenheit zusammen mit anderen Teilnehmern die ersten Schritte auf der Gitarre zu unternehmen. Der Spaß in der Gruppe und der Austausch unter den Teilnehmern hilft bei kniffligen Aufgaben und motiviert zum Üben.


Um was geht es eigendlich?

Es geht um Lieder, es geht um Akkordspiel und es geht um Gesang. Das große Thema des Unterrichts ist die Liedbegleitung. Der eigene Gesang und der Gesang Anderer soll mit dem Gitarrenspiel begleitet werden. Dazu braucht man Akkorde, die auf der Gitarre gegriffen werden und Gitarrenanschläge, die diese Akkorde zum Klingen bringen.

Diese Akkorde und Gitarrenanschläge werden Schritt für Schritt gezeigt und an Liedern ausprobiert. Rhythmuseinheiten dienen dazu, die Gitarrenanschläge schneller umzusetzen und dabei ein gleichmäßiges Tempo zu erreichen. Diese Temposicherheit ist von unschätzbarem Vorteil beim gemeinsamen Singen, denn nichts ist schlimmer, als eine immer schneller werdende Gitarre.

Die notwendige Musiktheorie gibt es quasi umsonst dazu. Alles was nötig ist, wird im Unterricht vermittelt und sofort in der Praxis erprobt. Theorie stellt keinen Selbstzweck dar, sondern soll das praktische Spielen erleichtern. Theorie und Praxis stellen eine Einheit dar. Zum Beispiel wird die Schlusswirkung einer Akkordfolge am gerade gespielten Lied erklärt,denn dadurch kann sie gehört werden und die Akkordfolge prägt sich beim Schüler besser ein. Beim Spielen weiterer Lieder erleichtert dieses theoretische Wissen das schnelle Erlernen der jeweiligen Akkordfolge. Besteht bei den Teilnehmern der Wunsch nach weiterführender Theorie, so findet es Berücksichtigung bei der weiteren Stundenplanung.

Alle Akkorde, Gitarrenanschläge und Theorieeinheiten sollen zur Selbständigkeit des Schülers im Gitarrenspiel beitragen. Der Schüler wird dazu ermutigt, die gelernten Techniken auf andere Lieder zu übertragen. Dadurch bekommt der Schüler Schritt für Schritt die Fähigkeit, sich Lieder selbständig zu erarbeiten.


Ich würde gerne mal ...

Gitarrenunterricht ist etwas Lebendiges. Er ist dynamisch, immer in Bewegung und verändert sich. Damit er sich für die Teilnehmer in die richtige Richtung entwickelt, können sie sich einmischen. Einmischen bedeutet, dass man seine Wünsche, Kritikpunkte und Anregungen nicht für sich behält, sondern der Gruppe mitteilt. Durch das gemeinsame Überlegen und Gestalten profitieren alle Beteiligten. Denn wenn schon mal mehrere Gitarrenspieler zusammen sind, wäre es ja fast Verschwendung die Erfahrungen und Ideen nicht austauschen.

Dieses Vorgehen bedeutet für mich als Lehrer zwar erst einmal mehr Arbeit, da der Unterricht nicht schematisch vorbereitet werden kann, aber für eine zufriedene Gitarrengruppe, die am Unterricht Spaß hat, lohnt sich das immer .Denn bekanntlich lernt man mit Spaß am leichtesten. Aber auch ich lerne dabei und kann so den Unterricht ständig verbessern.


Was wird gezeigt?

Man kann sein Leben lang im Bereich Liedbegleitung etwas Neues dazulernen. Für meinen Unterricht habe ich die Inhalte sortiert und in kleine Häppchen verpackt, die aufeinander aufbauen.

In den ersten Stunden werden die wichtigsten sog. offenen Akkorde gezeigt. Das sind die Akkorde, bei denen nur einige der 6 Gitarrenseiten gegriffen und die anderen Seiten leer mit angeschlagen werden. Dazu gehören folgende Akkorde:

Dur-Akkorde; C D E F G A
Dur-Septakkorde: C7 D7 E7 G7 A7 H7
Moll-Akkorde: Dm Em Am

Diese Akkorde werden natürlich mit unterschiedlichen Gitarrenanschlägen an Liedern eingeübt. Die Liedauswahl ist veränderbar, da es in erster Linie um die Vermittlung von Spieltechniken geht. Solange ein Lied geeignet ist diese Techniken zu vermitteln, kann es auch genutzt werden. Die Liedauswahl ist beispielsweise ein Punkt des Unterrichts, an dem sich die Schüler durch Vorschläge aktiv beteiligen können. Im besten Falle kann das vorgeschlagene Lied sofort für den Unterricht genutzt werden. Ansonsten besteht die Möglichkeit, dass ich es für den Unterricht bearbeite, oder zu einem späteren Zeitpunkt einsetze.

An passenden Stellen des Unterrichts werden Liederlisten und Liederhefte vorgestellt, deren Lieder mit den bisher erarbeiteten Techniken von den Schülern gespielt werden können. Dadurch erhalten die Schüler die Möglichkeit, ihr persönliches Liedrepertoire aufzubauen. Mein Unterricht gibt dem Schüler das Rüstzeug, die Lieder zu spielen die er selbst spielen will und sich nicht nur mit dem Liedmaterial des Unterrichts zufrieden zu geben. Das kann er, indem er die gelernten Techniken und Akkorde auf andere Lieder überträgt.

Neben unterschiedlichen Gitarrenanschlägen für unterschiedliche Taktarten wird auch gezeigt, wie man eigene Gitarrenanschläge erarbeiten und aufschreiben kann. Von der Möglichkeit unterschiedliche Gitarrenanschläge in einem Lied einzusetzen, wird bereits frühzeitig Gebrauch gemacht. Dadurch wird die Attraktivität der Lieder gesteigert und Liedstrukturen treten deutlicher hervor.

Musiktheoretische Inhalte werden nicht separat vermittelt, sondern immer dann angesprochen, wenn sie sich auch praktisch ausprobieren lassen.

Zum Beispiel:

    Der Unterschied zwischen Dur- und Moll-Akkorden wird behandelt, wenn zum ersten Moll-Akkord der erste Dur-Akkord im Unterricht gezeigt wird.

    Liedstrukturen werden gezeigt, wenn einzelne Liedteile mit unterschiedlichen Gitarrenanschlägen begleitet werden.

    Die Wirkung und Funktion von Akkorden (Funktionsharmonik) wird erklärt und gleichzeitig gehört, wenn die entsprechenden Akkordkombinationen im Unterricht auftreten.

    Sobald die nötigen Akkorde vermittelt sind, wird das Transponieren von Liedern gezeigt.

Durch dieses Vorgehen ist gewährleistet, dass die Theorie schneller verstanden und nicht als unnötige Belastung empfunden wird. Die Schüler erfahren derartige Erklärungen als hilfreiche Unterstützung für ihr praktisches Spiel.

In den einzelnen Gitarrenstunden stehen neue Inhalte und die Wiederholung bereits bekannter Techniken sinnvoll nebeneinander. Dabei werden nicht nur die Akkorde und Gitarrenanschläge wiederholt, sondern auch die bereits erlernte Theorie an passenden Stellen mit einbezogen. Wiederholungen im Unterricht dienen der Vertiefung von Inhalten und erleichtern die Übertragung auf andere Spielsituationen. Wenn beispielsweise der gleiche Gitarrenanschlag für drei unterschiedliche Lieder benutzt wird, vertieft das nicht nur die Anschlagstechnik, sondern fördert auch die Erkenntnis, dass Gitarrenanschläge auf andere Lieder übertragbar sind. Die Tatsache der Übertragbarkeit von Unterrichtsinhalten, ist bei den Schülern keine Selbstverständlichkeit. Häufig wird angenommen, dass ein gelernter Gitarrenanschlag oder eine bestimmte Akkordfolge nur für das eine Lied geeignet ist.

Neben allgemeingültigen Spieltechniken versuche ich für die meisten Lieder individuelle Teile zu vermitteln oder gemeinsam mit den Schülern zu erarbeiten. Dabei kann es sich um ein passendes Intro, einen Basslauf der zwei Akkorde miteinander verbindet oder individuelle Riffs und Liks handeln. Diese kleinen Gestaltungsmöglichkeiten werten ein Lied auf und machen es in der Begleitung unterscheidbar zu andern Liedern.